Nachhaltige Sanierung unter Denkmalschutz
Beschreibung
Nachhaltige Sanierung unter Denkmalschutz: Kastenfenster als maßgeschneiderte Fensterlösung für die Grindelhochhäuser
Die Grindelhochhäuser im Hamburger Bezirk Eimsbüttel sind die ersten Wohnhochhäuser in Deutschland nach 1945 und bieten sehr moderne Wohnungen, welche aufgrund ihrer Ausrichtung und ihrer Fenster hell und lichtdurchflutet sind. Heute steht das Ensemble aus zwölf Hochhäusern und einer Parkanlage unter Denkmalschutz.
In diesem Bericht geht es um die Sanierung des dazugehörigen Hochhauses in der Oberstraße 14b, ein zentraler Aspekt dabei war die Modernisierung der Fenster im Gebäude. Gleichzeitig sollten der Sonnenschutz und der Lüftungskomfort verbessert werden. Zu beachten war hierbei jedoch der Denkmalschutz des Gebäudes.
Bei Sanierungen von denkmalgeschützten Gebäuden sind folgende Auflagen in Bezug auf Fenster zu beachten:
- Historische Fensterformen und -materialien müssen erhalten bleiben. Unvermeidbare Änderungen, Farbgebung und Oberflächenbehandlungen sollten dem historischen Erscheinungsbild entsprechen und die ursprüngliche Gestaltung nicht beeinträchtigen.
- Fenster dürfen nur dann ausgetauscht werden, wenn sie irreparabel sind.
- Energetische Aspekte wie ausreichende Dämmung müssen mit den Vorgaben des Denkmalschutzes in Einklang gebracht werden.
Kastenfenster als innovative Fensterlösung, die dem Denkmalschutz entspricht
Um das Verschattungs- und Lüftungskonzept zu verbessern und gleichzeitig den sommerlichen und winterlichen Wärmeschutz, den Schallschutz sowie den Nutzer- und Arbeitskomfort zu erhöhen,
war ein Austausch der Fenster unvermeidbar. Aufgrund des Denkmalschutzes durfte das äußere Erscheinungsbild nicht verändert werden, auch nicht durch Sonnenschutz. Die Idee: Eine der ältesten und bewährtesten Fensterarten, das Kastenfenster, wurde von den projektleitenden Architekten Dipl. Ing. Muus und Dipl. Ing. Wilde neu interpretiert.
Die Architekten stimmten sich bereits in einer frühen Projektphase eng mit dem Fensterbauer Sehlmann Fensterbau GmbH, dem Glashersteller Semcoglas Holding GmbH sowie den Fensterantriebsspezialisten von EMT und GEZE ab.
Ein Kastenfenster besteht aus zwei hintereinander angeordneten Fensterelementen, die an einem gemeinsamen Rahmen befestigt sind. Der Vorteil dieses historischen Fensterkonzeptes: Der Luftraum zwischen den beiden Fensterelementen dient als Wärmedämmung und Schallschutz, da durch das versetzte Öffnen der Fenster der Schall quer durch den Zwischenraum muss und so noch einmal deutlich abgeschwächt wird. Unsere moderne Kastenfensterlösung nutzt hochwertiges Sonnenschutzglas an der Außenseite und Wärmeschutzglas an der Innenseite, wodurch der Dämmwert und der Schallschutz erheblich verbessert werden.
Die neuen Kastenfenster sind mit einer integrierten Verschattungsanlage ausgestattet. Diese besteht aus automatischen Verbundjalousien mit 35 mm breiten Lamellen, die zwischen den beiden Fensterrahmen verlaufen. Diese Lösung ermöglicht es, die Räume tagsüber kühl zu halten, während gleichzeitig eine natürliche Belüftung durch das äußere Fenster gewährleistet wird. Die Jalousien können unabhängig bedient werden.
Für die äußeren Fensterflügel wurden GEZE Slimchain Antriebe in Kombination mit dem Verriegelungsantrieb Power lock installiert,
die eine einfache Bedienung über Taster im Raum ermöglichen. Die inneren Flügel der Kastenfenster können weiterhin manuell geöffnet werden. Der Verriegelungsantrieb Power lock sorgt dafür, dass gerade in den höheren Etagen auch bei stärkeren Windlasten ein zuverlässiger Verschluss gewährleistet wird. Da nur die äußeren Fenster motorisiert sind, ist keine zusätzliche Absicherung für kraftbetätigte Fenster gemäß Maschinenrichtlinie 2006/42/EG erforderlich. Die Öffnungsantriebe wurden verdeckt liegend im Fensterrahmen integriert und die Zuleitungen in der Konstruktionsfuge geführt.
Auf diese Weise entstand eine skalierbare, seriell umsetzbare Lösung für moderne Kastenfenster.
Links zum Projekt
Firma
GEZE GmbH
Reinhold-Vöster-Str. 21-29
71229 Leonberg
Ansprechpartner
Lioubov Milin
l.milin@geze.com








